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Dr. Nico Rose | ©René Golz

Krisen meistern beginnt im Kopf: Führungskräfte erhalten Impulse für mehr Resilienz

Die Krisen werden nicht weniger – und die große Pause kommt nicht mehr. Mit dieser ehrlichen Botschaft eröffnete Dr. Nico Rose am 24. Juni sein Vortragsgespräch Von den guten Seiten der harten Zeiten, zu dem die Wirtschaftsförderung Lünen Fach- und Führungskräfte aus der Region ins LünTec eingeladen hatte.

 

Bereits zur Begrüßung machte Sylvia Tiews deutlich, vor welchen Herausforderungen Unternehmen heute stehen. Geopolitische Unsicherheiten, Fachkräftemangel, Digitalisierung und der demografische Wandel prägen den Unternehmensalltag. Gerade deshalb brauche es Führungskräfte, die Orientierung geben, Vertrauen schaffen und Menschen auch in schwierigen Zeiten stärken.

Dass Resilienz dabei weit mehr ist als bloßes Durchhaltevermögen, zeigte Dr. Nico Rose in seiner ebenso wissenschaftlich fundierten wie unterhaltsamen Keynote. Seine zentrale Botschaft: Resilienz ist kein Persönlichkeitsmerkmal und kein Zustand, den man einmal erreicht. Sie ist ein fortlaufender Prozess – und sie lässt sich trainieren.

Mit eindrucksvollen Bildern und leicht verständlichen Beispielen machte Rose deutlich, warum Resilienz einem Bankkonto ähnelt: Wer regelmäßig in seine körperlichen und mentalen Ressourcen investiert, kann Belastungen besser auffangen. Gute Führung beginne deshalb immer bei der eigenen Selbstfürsorge. „Man kann anderen nichts einschenken, wenn das eigene Gefäß leer ist“, brachte er es auf den Punkt. Seine Formel „Rennen, Reden, Ratzen“ – Bewegung, Austausch und ausreichend Schlaf – sorgte dabei ebenso für Schmunzeln wie für nachdenkliche Zustimmung.

Im Mittelpunkt stand immer wieder die Rolle von Führungskräften. Sie prägen mit ihrer Haltung, ihrem Verhalten und ihrer Kommunikation die Kultur eines Unternehmens – und damit auch Motivation, Zusammenarbeit und Innovationskraft ihrer Teams. Positive Emotionen seien dabei kein „weiches“ Thema, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor: Sie fördern Gesundheit, Kreativität, Zusammenarbeit und die Fähigkeit, Probleme gemeinsam zu lösen.

Besonders wertvoll für die Teilnehmenden waren die vielen unmittelbar anwendbaren Werkzeuge für den Führungsalltag. Ob die Reflexionsmethode „What Went Well?“ (WWW), der ABCDE-Ansatz für einen konstruktiven Umgang mit Rückschlägen oder die WOOP-Methode, mit der gute Vorsätze in konkretes Handeln überführt werden – der Vortrag lieferte zahlreiche Impulse, die sich direkt in den Unternehmensalltag übertragen lassen.

Zum Abschluss stellte Rose eine ebenso einfache wie hoffnungsvolle Erkenntnis in den Mittelpunkt: Menschen sind heliotrop. So wie Pflanzen sich dem Licht zuwenden, orientieren sich auch Menschen an Zuversicht, Wertschätzung und positiven Perspektiven. Führung bedeutet deshalb nicht nur, Ziele vorzugeben, sondern vor allem Hoffnung, Orientierung und Vertrauen zu vermitteln.

Beim anschließenden Austausch wurde deutlich, wie groß der Bedarf an genau diesen Themen ist. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit zum Netzwerken und diskutierten intensiv über ihre Erfahrungen und Herausforderungen. Entsprechend positiv fiel das Fazit aus: Die praxisnahen Impulse, der wissenschaftliche Hintergrund und der offene Austausch machten die Veranstaltung zu einem wertvollen Beitrag für moderne Führung in herausfordernden Zeiten.

Die Veranstaltung wurde von der Sparkasse an der Lippe und der Volksbank Lünen unterstützt. Gemeinsam setzten die Partner ein Zeichen für die Stärkung regionaler Unternehmen und den Austausch zu zukunftsweisenden Führungs- und Zukunftsthemen.